»Das Goldschmiedehandwerk ist, wegen des knappen und begehrten Rohstoffes Gold, ökologisch und sozial konfliktbehaftet.«

Gold wird wegen seiner besonderen Eigenschaften seit etwa 7000 Jahren als Werkstoff geschätzt. Seine faszinierende Farbe, die chemische Beständigkeit, die gute Verarbeitbarkeit und die Seltenheit machen es bis heute zu einem der kostbarsten und begehrtesten Rohstoffe. Laut World Gold Council (Stand 2019) fallen 48,4 % der weltweiten Goldnachfrage auf Schmuck – 2107,0 Tonnen jährlich, die vorrangig von China, Indien und den USA nachgefragt werden. Deutschland spielt hier eine untergeordnete Rolle. Knapp 30% des gesamten Goldbedarfs (einschließlich Technologie, Investment, Zentralbanken) werden aktuell aus recyceltem Gold gedeckt. Nach Expertenschätzungen reichen bei gleichbleibender Fördermenge die weltweiten bekannten Goldreserven noch etwa 12 bis 15 Jahre.

Es liegt damit nahe, dass Goldschmiede einen sehr bewussten Umgang mit ihrem Arbeitsmaterial pflegen. Manche Vertreter meiner Zunft betonen gerne, wir hätten das Recycling erfunden. Nachweislich werden seit der Antike Altmetalle wiederaufbereitet. Und in der Tat zeigt sich unser verantwortungsvoller Einsatz des Edelmetalls im sparsamen Gebrauch, der akribischen Rückgewinnung aller Reststoffe bis hin zu feinsten Partikeln und der Auswahl politisch korrekter Zulieferer, welche erklären, ökologische und soziale Sorgfaltspflicht, gemäß internationaler Abkommen, zu erfüllen und offenzulegen.

Das Maximum sozialer und ökologischer Verantwortung lässt sich wahrnehmen, indem Sie Ihre Schmuckwünsche aus eigenem Edelmetall fertigen lassen. Die abgelegten Ketten und Ringe längst vergangener Zeiten, Erbstücke, Geschenke, die nie gefallen oder an Bedeutung eingebüßt haben, lassen sich wiederbeleben, in individuelle Kleinode verwandeln, umwidmen. Ob minimalinvasiv oder für einen Neustart verflüssigt – die Auseinandersetzung mit abgelegtem Schmuck verschafft mir ein besonderes Vergnügen und meinen Kunden erfreuliche Überraschungen.